Kristi Morris Photo
Kristi Morris Photo

Ein englischer Hemdfreak in Paris: Charles-Philippe deckt das bestgehütete Geheimnis der Pariser Herrenbekleidung auf

Die Jermyn Street, eine kurze Einbahnstraße parallel zu Piccadilly, ist seit mindestens den 1750er Jahren Londons wichtigste Anlaufstelle für modische Gentleman. Und seit 1899 der renommierte Hemdmacher Hilditch & Key hat als eines der beliebtesten Qualitätssymbole in der Jermyn Street gedient. Vor kurzem wurden die Waren des Hauptstützen der Jermyn Street, des Hutmachers Edward Bates Ltd, im Laden begrüßt. Zusätzlich zu ihrem unvergleichlichen Hemd bietet Hilditch & Key anspruchsvollen Herren eine Reihe wunderschön gestylter Mützen und Hüte.

280 Meilen entfernt befindet sich eines der weniger bekannten Wunder der Welt an der Ecke der Rue de Rivoli in Paris, gegenüber dem Place de la Concorde, bei den Louvre-Gärten. Dieses malerische kleine Haus ist die französische Erweiterung von Hilditch & Key.



Hemdmacher kaufen in Paris ein
Als kunstloser Praktikant mit großen Augen hielt ich in diesem kleinen Laden an und klebte meine Nase wie ein Junge in einer Dickens'schen Geschichte ans Fenster. An einem Herbstnachmittag nahm ich den Mut zusammen, über die Schwelle der Tür aus dem 19. Jahrhundert zu treten und einen Besuch abzustatten.

Das Innere von Hilditch & Key`s Paris shop, lined with cubbies.Ich war umgeben von einer riesigen Vielfalt der feinsten zweifachen Baumwollhemden, die meine Augen je gesehen hatten. Schichten über Schichten perfekt gefalteter, exquisit gefärbter Hemden, die vom Boden bis zur Decke in Würfeln gestapelt sind. Ein leiser Herr begrüßte mich und stellte sich als Bruce Phillips, der Manager, vor. Der bescheidene, selbstlose Mr. Phillips, der sowohl britischen als auch italienischen Ursprungs ist, verkörperte den multikulturellen Charakter der Modewelt. Er winkte mich, Platz zu nehmen, und wie ich begann er seine Geschichte.

Die 1907 gegründete Pariser Niederlassung ist eine Erweiterung des Namens Hilditch & Key und bietet in beiden Fällen die gleiche handwerkliche Qualität bereit zu tragen und maßgeschneiderte Sammlungen. Wie sein Gegenstück in der Jermyn Street verfügt auch das Pariser Geschäft über einen eigenen Bereich, der Bates und seinen feinen Kopfbedeckungen gewidmet ist. Bates-Hüte stammen aus den Regionen, aus denen sie stammen: Baskenmützen aus dem Baskenland, Tiroler Hüte aus Bayern und das unsterbliche Panama. Ich selbst bin stolzer Besitzer ihres Grosvenor-Modells, eines wunderschönen Fedoras mit breiter Krempe, der in England hergestellt wird.



Hüte von Edward Bates Ltd.



Die Hemden von Hilditch & Key werden in Schottland ohne die Hilfe mechanisierter Produktionstechniken hergestellt. Sie werden vielmehr mit jahrhundertealten Methoden und feinsten Rohstoffen gewebt. Die Baumwolle, die sowohl aus Italien als auch aus England stammt, ist zweifach gewebt, eine Technik, die einen starken und dennoch raffinierten Stoff ergibt. Die Knöpfe bestehen ausschließlich aus echtem Perlmutt.



Einer von Hilditch & Key`s window displays at their Paris shop.Ein Hilditch & Key Shirt wird mit größter Liebe zum Detail gefertigt. Gut genähte Stulpen am Unterarm und eine geteilte Jochkonstruktion an den Schultern sorgen für eine hervorragende Passform. Der Kragen, das Grundelement eines Oberhemdes, besteht aus zwei Teilen, die zusammengenäht und nicht miteinander verschmolzen sind. Diese traditionelle Technik spielt sowohl auf die Handwerkskunst als auch auf die Haltbarkeit an. Darüber hinaus wird der Durchmesser des Kragens durch einen abnehmbaren Knochen verstärkt, der ein Einrollen verhindert.

Hilditch & Key hat in der Vergangenheit die regelmäßige Schirmherrschaft vieler angesehener Personen gewonnen. Nicholas Sarkozy, der frühere Präsident Frankreichs, war ein gewöhnlicher Kunde. Vor allem, Karl Lagerfeld Der herausragende Designer ist ein treuer und öffentlich unterstützender Kunde. Als bekennender „Hemdfreak“ schätzt er Hilditch & Key als die „Perfektion“ der Hemdherstellung, nachdem er unzählige Hemden, Nachthemden und Kimonos sowie seine legendären Kragen bestellt hat. Eine solche Empfehlung sollte sicherlich nicht unbeachtet bleiben.

Herr Phillips teilte jedoch offen seine Besorgnis über die sich ändernden Einstellungen gegenüber der Branche von heute, was darauf hindeutet, dass der Durchschnittsverbraucher eher durch Markenbekanntheit als durch den Wunsch nach überlegener Handwerkskunst angetrieben wird.



Äußeres von Hilditch & Key`s Paris shop with parisian street sign

In London ist das Erbe der Jermyn Street relativ allgemein bekannt. Die ausländische Öffentlichkeit ist sich jedoch möglicherweise ihres hart erarbeiteten Prestiges und ihres Savoir-Faire nicht so bewusst. Das Symbol der Jermyn Street in Paris, Hilditch & Key, verdient zweifellos eine weitaus größere Anerkennung als bisher. Der französische Außenposten des Unternehmens wurde gelegentlich inmitten der Pariser Couture unbeabsichtigt übersehen. Mit einem Hauch von Mund und einem Schuss Marketing wird es hoffentlich als ein Muss angekündigt, anstatt in den Hintergrund der Touristenattraktionen in der Stadt der Lichter zu treten.